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Schule der Zukunft




Comenius

Speckbrettschläger in Litauen

Speckbrettschläger in Litauen - westfälische Sportgeräte als Europaprojekt der Technischen Schulen Steinfurt

Zu einem ungewöhnlichen Austavil1uschprojekt hielten sich über 20 Schülerinnen und Schüler der Technischen Schulen Steinfurt mit ihren Lehrern in Alanta auf, einem kleinen Dorf im Distrikt Utena mitten in Litauen. Ein Speckbrettschläger, ein Rückschlagschläger aus Holz, ähnlich gespielt wie Tennis, diente als Lernträger für einen ganz anderen Zweck. Es ging um Völkerverständigung und Kommunikation von Schülern anderer Nationalitäten.

Jeweils ein deutscher und ein litauischer Schüler saßen im Klassenraum nebeneinander und verfolgten zun¨chst die zweisprachige Eröffnungspräsentation vom Projektkoordinator Guido Hermes. Was unter dem Projekttitel -Herstellung von Sportgeräten aus Holz unter Berücksichtigung von Fremdsprachenausbildung - als EU gefördertes Projekt galt, bedeutete für die deutschen Berufsschüler die Herstellung von Speckbrettschlägern in der Holzwerkstatt der litauischen Partnerschule. Jeweils ein deutscher und ein litauischer Schüler saßen im Klassenraum nebeneinander und verfolgten zunächst die zweisprachige Eröffnungspräsentation vom Projektkoordinator Guido Hermes. In einem ersten Schritt wurde die Außenkontur des Schlägers gezeichnet. Dafür musste jedoch erst eine Arbeitsanleitung von den Schülern entwickelt werden, die den Aufbau der Außenkontur des Schlägers entwickelnd erklärt. Mit Hilfe eines kleinen Wörterbuches mit den wichtigsten geometrischen Begriffe in den Sprachen Deutsch, Englisch und Litauisch begannen die Schüler mit der Arbeit und kommunizierten. Ein deutscher und ein litauischer Schüler, die der Sprache des anderen nicht mächtig waren, unterhielten sich in Englisch und entwickeln die Arbeitsanleitung in ihrer jeweiligen Heimatsprache und Englisch.

Nachdem die Außenkontur des Schlägers auf Papier gezeichnet war, wurde die gezeichnete Speckbrettschläger-Außenkontur mit Hilfe der litauischen Lehrern Viktoras und Iolanta und den deutschen Lehrern Andreas Dimon, Michael Eggers, Herbert Elfers und Guido Hermes auf eine Trägerplatte aus MDF übertragen, um auf diese Art und Weise Kopiermodelle für eine Tischfräse herzustellen. Die Tischler schnitten nun die Kontur mit einer Stichsäge und einem Bandschleifer aus. An einer Tischfräse wurde dann am Anlaufring die Grundplatte des Speckbrettschlägers für jeden Schüler erstellt. Schließlich wurden Löcher im Bereich der Schlagfläche gebohrt.
Danach war Kreativität gefragt. Der Schläger sollte eine individuelle Farbbemalung erhalten. Von Spongebob bis zu den Nationalfarben Deutschlands und Litauens gab es lauter Unikate von Speckbrettschlägern. Der späteren mehrsprachigen Präsentation der gemeinsamen Arbeitsergebnisse im großen Hörsaal der Schule mit allen Projektteilnehmern folgten Spiele in der Sporthalle. Schüler wie Lehrer aus beiden Berufsschulen konnten sich bis in die späte Nacht im Speckbrettturnier messen. Natürlich kamen auch landeskundliche Themen bei dem bilateralen Projekt nicht zu kurz: über Schul- und Stadtbesichtigungen, Sprachunterricht, Sternwartenbesuch, Bowlen, Teufelsmuseum hin zu Fahrten zum UNESCO-Weltkulturerbe Trakai und in die Hauptstadt Vilnius erlebten die Deutschen ein anspruchsvolles Programm. Als es nach fast zwei Wochen Projektarbeit und Landeskunde "Danke, Litauen" hieß, war dies für die litauischen und deutschen Tischlerschüler und -lehrer gleichzeitig das "Auf Wiedersehen" für den Gegenbesuch der litauischen Gruppe in den Technischen Schulen Steinfurt im September.


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