

In der Holztechnik gab und gibt es mehrere Projekte:
Wir bauen das europäische Haus (Puppenstuben für Kindergärten) 2004 - 2006
Speckbrettschläger (Holzprojekt mit litauischer Partnerschule Alanta) 2008 - 2010
Eine Zeit erkennen (Holzprojekt, in Beantragung) 2010 - 2012


Das Münsterland gilt als Hochburg des Speckbrettspiels. Wie der dazu nötige Schläger mit Hilfe eines Computerprogramms hergestellt werden kann, lernten in
der Zeit 10. bis zum 20. November 2009 insgesamt 22 Azubis aus Litauen in den Technischen Schulen des Kreises Steinfurt. Die Herstellung dieses vor allem für die Berufsschüler aus Litauen ungewöhnlichen Produkts ist der Kern einer so genannten Comenius-Partnerschaft zwischen
der litauischen Technik-Berufsschule ATVM in Alanta und dem Steinfurter Berufskolleg an der Liedekerker Straße. Zuerst waren im Mai die deutschen Tischler-Azubis zwölf Tage in Litauen. Dort wurden etwa 40 Speckbrettschläger in 17 Schritten noch mit Zirkel und
Geodreieck konstruiert. Der erste Schritt war das Zeichnen eines Rechtecks, Schritt 17 war das Bemalen des Schlägers. Die gesamte „Handarbeit“ wurde
dokumentiert. In der Zeit vom 10. bis zum 20. November 2009 fand der Gegenbesuch in Steinfurt statt. Die litauischen Lehrlinge mussten jedoch nun das Speckbrett mit Hilfe
einer CAD-Software am Computer konstruieren. „Allerdings habe ich mir etwas einfallen lassen müssen, damit unsere Gäste die innerhalb des Programms
dargestellten Symbole überhaupt deuten konnten“, erklärt Projektkoordinator Guido Hermes. Der Tischlermeister und Berufsschullehrer erstellte kurzerhand eine
Symbolbibliothek als verständliche „Gebrauchsanweisung“ in den Sprachen Deutsch, Englisch und Litauisch. Dass die anschaulichen Zeichnungen verstanden wurden, zeigte der 19-jährige Gintas Caikauskas. Der junge Mann setzt sich vor seinen Landsleuten und deutschen Schulkameraden während der Projektpräsentation an einen Laptop, nimmt die Maus in seine rechte Hand und klickt sich gekonnt durch das komplizierte Konstruktionsprogramm. Für seine Darbeitung erntet Gintas Caikauskas tosenden Beifall von ca. 150 Augenzeugen. Die litauischen Azubis durften während ihres Aufenthaltes in 19 verschiedenen Tischlereien im Kreisgebiet während eines eintägigen Praktikums ihre Praxistauglichkeit beweisen. „Einige Betribsinhaber fragten, ob ihr ausländischer Praktikant am nächsten Tag wieder kommen darf“, erzählt Guido Hermes.