


Warum sollte ein Handwerksbetrieb im Ausland investieren? In welchem europäischen Land kann ist das Steuerrecht so einfach oder die Arbeitslosenquote so niedrig, dass ein deutscher Betrieb dort leicht wirtschaftliche Kontakte knüpfen könnte? Wo kann sich ein Auzubildender informieren, wenn er im Ausland sein Praktikum machen möchte?
Solche Fragen waren Thema eines Europa- abends, zu dem die Europaassistenten im Handwerk der Technischen Schulen Steinfurt eingeladen hatten, um an Länderreferaten über die Chancen von Betrieben im Ausland zu informieren.
Rund 50 Europaassistenten treffen sich zwei Jahre lang wöchentlich abends, um eine Zusatzqualifikation zu erwerben, die fundierte Europakenntnisse, ein englisches Sprachzertifikat und ein Auslandspraktikum einschließt. Nun wollten die Schülerinnen und Schüler dieses kreisweit einmaligen Projektes andere Betriebe ansprechen und für die europäische Idee werben. Das Eingangsreferat hielt Dr. Willi Quandt, der als Außenwirtschaftsberater der Handwerkskammer Münster neues Material vorstellte, mit dem Interessierten der Weg in das Praktikum im Ausland oder in ein betriebliches Engagement aufgezeigt wurde.
In fünf Präsentationen wurden Besonderheiten verschiedener europäischer Länder von den angehenden Europaassistenten vorgestellt. So wurde Polen als ein für viele Branchen geeigneter Standort dargestellt. Auch Dänemark ist ein Nachbarland, das üauf Innovationen setzt und in dem gut ausgebildete Schüler Erfolg haben könnten. Irland, die immergrüne Insel, ist günstig für die Gründung einer Gesellschaft: man braucht lediglich 2 Personen und muss einen Penny Kapital investieren. Für Norwegen wurden besonders die guten Chancen für den Maschinenbau hervorgehoben; der hohe Anlagenbedarf erhöht hier die Absatzmöglichkeiten. Mit Belgien schließlich klappt die Zusammenarbeit gut, weil deutsche Ware und Arbeit anerkannt ist. Das EUROPE DIRECT Center Steinfurt und die Handwerkskammer Münster waren ebenfalls vertreten, so dass die Gäste, darunter auch einige Vertreter heimischer Handwerksbetriebe vielfältig über Europa informiert wurden. Mit einem Buffet verschiedener selbst hergestellter Spezialitäten aus europäischen Ländern hatten die Europaassistenten die Veranstaltung aufgepeppt und so schon vor der Europawahl ein gelungenes Europa-Ereignis entwickelt.
Karl-August Valk, Technische Schulen Steinfurt
Bilddateien: Schüler bei den Länderreferaten