
Der Europaassistent im Handwerk wird in vier weiteren Staaten Europas eingeführt "Tilpassing og introdukjon av tilleggskvalifiasjoner basert pa? elementar fra den tyske "Europa assistenten" i fagopplæingen." Über diesen Satz auf Norwegisch freuen sich die Technischen Schulen Steinfurt sehr. Sie haben seit der Einführung des Europaassistenten im Handwerk in der deutschen Bildungslandschaft eine Vorreiterrolle übernommen und diese Zusatzqualifikation geprägt. Denn ins Deutsche übersetzt heißt der Satz: "Anpassung und Einführung der bewährten deutschen -Zuatzqualifikation Europaassistent/in im Handwerk- in das nationale Bildungsangebot der Partnerländer". Der Europaassistent im Handwerk tritt dieses Jahr über die Grenzen und wird neben Norwegen auch in Frankreich, den Niederlanden und Ungarn eingeführt.
Für das Angebot des Europaassistenten in andern Staaten war jedoch eine grundsätzliche Überarbeitung und Ergänzung des bestehenden Lehrplanes unter der Federführung von Dr. Lars Flügge von den Technischen Schulen Steinfurt notwendig: Zum einen musste der Lehrplan der kritischen Prüfung der Universität Köln standhalten, deren Aufgabe darin besteht sicherzustellen, dass die Vorgaben auch dem Europäischen Qualifikationsrahmen entsprechen. Zum anderen sollte der Lehrplan zusätzlich mit Handreichungen aus der Praxis ergänzt werden, damit die Kollegen im Ausland von den praktischen Erfahrungen aus dem Schulalltag profitieren können.Dies zeigt, dass trotz aller Kritik seit der PISA-Studie am deutschen Bildungssystem zumindest Angebote an den Berufskollegs international anerkannt und nachgefragt werden und die Berufskollegs sich nicht ganz zu Unrecht als die Finnen innerhalb des Deutschen Bildungssystems fühlen dürfen. Parallel zur internationalen Einführung des Europaassistenten im Handwerk, der einen dreiwöchigen Auslandsaufenthalt vorsieht, wird aber (auch in Steinfurt) schon weitergedacht. Unter dem Motto "Europaweit attraktiv -grenzenlose Ausbildung mit anerkannter Zusatzqualifikation" ist es das Ziel, dass es in Zukunft für die Auszubildenden im Handwerk selbstverständlich wird, ganze Ausbildungsabschnitte im Ausland zu absolvieren und die Vorteile der Europäisierung der Märkte gerade auch für "DIE WIRTSCHAFTSMACHT VON NEBENAN" nutzen können. Weitere Informationen zum Projekt unter www.grenzenlose-ausbildung-plus.eu

Warum sollte ein Handwerksbetrieb im Ausland investieren? In welchem europäischen Land kann ist das Steuerrecht so einfach oder die Arbeitslosenquote so niedrig, dass ein deutscher Betrieb dort leicht wirtschaftliche Kontakte knüpfen könnte? Wo kann sich ein Auzubildender informieren, wenn er im Ausland sein Praktikum machen möchte?
Zu einem ungewöhnlichen Austa
uschprojekt hielten sich über 20 Schülerinnen und Schüler der Technischen Schulen Steinfurt mit ihren Lehrern in Alanta auf, einem kleinen Dorf im Distrikt Utena mitten in Litauen. Ein Speckbrettschläger, ein Rückschlagschläger aus Holz, ähnlich gespielt wie Tennis, diente als Lernträger für einen ganz anderen Zweck. Es ging um Völkerverständigung und Kommunikation von Schülern anderer Nationalitäten.
Wo treffen sich abends eine Orthopädietechnikerin aus Recklinghausen und ein Metallbauer aus Tecklenburg?
Die beiden Lehrlinge treffen sich natürlich in Europa oder genauer gesagt, an den Technischen Schulen des Kreises Steinfurt, um die nächsten 18 Monate jeden Donnerstagabend an der Zusatzqualifikation des Europaassistenten im Handwerk teilzunehmen. Die beiden sind aber nicht allein, sondern mit 37 weiteren Auszubildenden zusammen, die aus den verschiedensten Berufen vom Technischen Zeichner über die Industriekauffrau bis hin zur Friseurin kommen.
Stolz können sie sein und nun haben es sieben geschafft. Als landesweit erste Auszubildende im Handwerk haben sie eine ausbildungsbegleitende Zusatzqualifikation zum Europaassistenten im Handwerk erworben. Die ersten Lehrlinge erhielten vom Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) Münster, Hermann Eiling, und vom Schulleiter der Technischen Schulen Steinfurt, Oberstudiendirektor Thomas Dues, die ersehnten Zertifikate; die Zeugnisse erhalten sie erst zu Ende der Berufsausbildung. In den Technischen Schulen waren Metallbauer, Tischler, Kauffrauen und Technische Zeichnerinnen (aus verschiedenen Berufsschulen) zu Europaassistenten im Handwerk geschult worden.Aktuelle Eindrücke aus Europa in den Technischen Schulen Steinfurt
Der Informationsbedarf in Europafragen war groß bei rund 70 Schülerinnen und Schülern der Technischen Schulen Steinfurt im Unterricht. Deshalb luden Sie Ihren Europaabgeordneten Dr. Markus Pieper zum Gespräch in die Schule ein. Er möge doch einmal berichten über seine Tätigkeit, über aktuelle europäische Themen und die Zukunft Europas aus Sicht des Politikers.